In Harsewinkel gibt es vier, in kirchlicher oder privater Trägerschaft befindliche Museen: das Museum im Kirchturm der St.-Lucia-Kirche, das Motorradmuseum Greffen, das Heimatmuseum und das Ikonenmuseum.
Museum im Turm der St.-Lucia-Kirche
Keine mittelalterlichen Preziosen - dafür aber einen hochinteressanten Schatz aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert birgt die Schatzkammer im Turm der St.-Lucia-Kirche. Kern des Bestandes sind 14 Fahnen, die nach aufwändiger Restaurierung in einer Vitrine aufbewahrt werden. In der Vergangenheit wurden die Fahnen, auf denen die Mutter Gottes, die Heilige Lucia und Evangelisten abgebildet sind, bei Prozessionen mitgeführt. Das gilt auch für die Fahnen der personenständischen Vereine wie des Müttervereins, der Jünglingssodalität und der Marianischen Jungfrauenkongregation, die ebenfalls reich verziert sind und Abbildungen von Heiligen zeigen.
Ergänzt wird dieser textile Bestand um vier auf Kupfer aufgetragene Gemälde, die den heiligen Theodorus, Antonius von Padua, Bernhard von Clarivaux - den Gründer des Zisterzienserordens - und Kaiser Heinrich II. darstellen. Ebenso bewahrt der Raum im Turm der Kirche drei hölzerne Skulpturen auf, die vermutlich zur früheren neugotischen Ausstattung der Kirche gehört haben. Hinzu kommen alte Abendmahlsgeräte und hölzerne Klappern, die dem Wecken in der Osternacht dienten.
Ältestes Stück ist ein sog. Fatschenkindl, eine Puppe, die den neugeborenen Christus als Wickelkind zeigt und während der Weihnachtszeit in der Kirche präsentiert wurde. Das Harsewinkeler Fatschenkindl, eine in Norddeutschland ungewöhnliche Darstellung, stammt aus der Zeit um 1800.
Die Schatzkammer ist auf nur Anfrage zugänglich.
Kontakt:
Katholische Pfarrgemeinde St. Lucia
Dechant-Budde-Weg 2
33428 Harsewinkel
Telefon 0 52 47 / 21 35
Führungen vermittelt das Stadtarchiv Harsewinkel
Kontakt
Telefon 0 52 47 / 93 51 27
E-Mail: eckhard.moeller@gt-net.de.
Motorradmuseum Greffen
Motorradmuseum Greffen
Seit über 10 Jahren besteht im Harsewinkeler Stadtteil Greffen das private Motorradmuseum von Christa und Heiner Beckmann. Mit viel Engagement haben die beiden leidenschaftlichen Sammler über 180 Motorräder aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zusammen getragen. Das älteste Stück stammt aus dem Jahr 1901, die jüngsten Maschinen aus der Zeit um 1960. Hinzu kommt eine Sammlung von Motorrollern und alten Nutzfahrzeugen.
Die technische Sammlung wird ergänzt durch eine liebevoll zusammengestellte Sammlung von über 1000 alten Puppen. Von Biedermeier bis in die 50er Jahre sind hier Puppen aus Stoff, Porzellan und Celluloid zu bewundern.
Jedes Jahr am Wochenende vor Pfingsten veranstaltet das Motoradmuseum Greffen die Internationale Spökenkiekerfahrt. Für diese Rallye sind Motorräder zugelassen, die vor 1914 gebaut worden sind. Informationen gibt es durch das Motorradmuseum Greffen.
Öffnungszeiten: sonntags 11.00 Uhr bis 17.00 Uhr von Ostern bis Oktober, und nach Vereinbarung
Seit 1999 besteht das vom Verein Heimatmuseum Marienfeld getragene Heimatmuseum in den nicht mehr für die Landwirtschaft benutzten Wirtschaftsgebäuden eines Bauernhofes. Die Mitglieder des Vereins haben das Museum in Eigenregie eingerichtet und sind dabei durch Leihgaben und Geschenke der Bevölkerung des Stadtteils Marienfeld unterstützt worden.
In der ersten Abteilung des Museums ist die Geschichte der Nutzung des Bodens und der Landwirtschaft dokumentiert. Auch mehrere landwirtschaftliche Großgeräte sind dort ausgestellt. Eine bäuerliche Küche zeugt von der ländlichen Lebensweise in früheren Zeiten.
In der zweiten Abteilung des Museums wird die Handwerksgeschichte des Klosterdorfs Marienfeld dargestellt. Unter anderem sind die Werkstätten eines Webers, eines Schmieds und eines Holzschuhmachers aufgebaut.
Öffnungszeiten: sonntags 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr von Mai bis Oktober, und nach Vereinbarung
Seit zwanzig Jahren malt er Ikonen: Franz Josef Jung, von Beruf Steinmetz- und Steinbildhauermeister hat im Laufe der vergenenen Jahre allein fast 100 Großikonen produziert, die er in seinem Haus an der Marienfelder Adenauerstraße zeigt. Durch die Anzahl der Großikonen ist die Ausstellung in Marienfeld einzigartig in ganz Europa. Die Leuchtkraft erhalten die Ikonen durch das verwendete Blattgold. Jung arbeitet nach der russischen Methode. Dabei wird die Holzplatte, auf die später die Ikone gemalt werden soll, mit Schichten aus Champagnerkreide, Gips und Leim bedeckt. Die gemahlenen Mineralfarben werden dann in Altbier und Eigelb aufgelöst und auf die Platte aufgetragen.
Öffnungszeiten: Auf Anfrage. Während der Weltmeisterschaft (9. Juni bis 9. Juli): täglich (außer sonntags) von 15:00 Uhr bis 19:00 Uhr.
Kontakt: Franz Josef Jung Adenauerstraße 11 33428 Marienfeld T.: 05247 8455
Seilerei Brügge
Altes Handwerk in Aktion kann man in der Reeperbahn des Seilers Josef Brügge erleben. Nach Voranmeldung ist der Seiler gerne bereit, die alte Herstellungstechnik von Seilen Interessierten vorzuführen.